Virtueller Messestand: 2D vs. 3D  - was ist besser?

Dienstag, 6. Oktober 2020

Virtuelle Veranstaltungen haben während der Coronakrise in der gesamten Messe- und Eventbranche deutlich an Bedeutung gewonnen. Auch wenn sie zunächst mehr als Corona-Eintagsfliege betrachtet und nur als kurzfristige Lösung verstanden wurden, ist mittlerweile klar, dass virtuelle Messewelten eine langfristige Strategie sind – auch nach der Krise. Viele Veranstalter und Aussteller haben die Vorteile eines virtuellen Messeerlebnisses erleben dürfen, wie z.B. die Erreichbarkeit zu jeder Uhrzeit und von überall auf der Welt. Das bedeutet nicht, dass reale Messen an Bedeutung verlieren, sondern dass sie virtuell erweitert werden und dass ihr Potenzial somit um ein Vielfaches steigt. 

Doch in diesem Blog Beitrag geht es nicht darum, die Vorteile eines virtuellen Messeerlebnisses vorzustellen, denn diese sollten mittlerweile ohnehin klar sein. Vielmehr geht es um die verschiedenen Möglichkeiten einen virtuellen Messestand umzusetzen, denn mittlerweile gibt es zahlreiche Angebote. Eine grundlegende Entscheidung bei der Umsetzung eines virtuellen Messestands ist: 2D vs. 3D?  

 

2D oder 3D – was bedeutet das? 

Ob ein virtueller Messestand in 2D oder 3D abgebildet werden soll, spielt eine entscheidende Rolle. Doch man kann nicht einfach sagen, dass das eine grundsätzlich besser und das andere schlechter ist. Denn das hängt eng mit den Anforderungen von Aussteller und Veranstalter zusammen. Was für die Umsetzung des Einen richtig ist, kann für die Wünsche des Anderen ganz falsch sein. Darum schauen wir uns im Folgenden die Unterschiede innerhalb verschiedener Kriterien an. 

 Virtueller Messestand in 2D


Ressourcen
 

Es ist egal, ob Sie sich für einen 2D oder 3D Messestand entscheiden, wenn Sie Ihr virtuelles Messeerlebnis interaktive machen möchten, benötigen Sie zusätzliche Ressourcen. Um genauer zu sein, brauchen Sie eine Software, mit der Sie innerhalb Ihres Messestand Interaktionspunkte setzen können. Dabei ist zu beachten, dass es teilweise Anbieter gibt, die ausschließlich 2D- oder 3D-Lösungen anbieten. Das bedeutet in dem Fall, dass Sie sich bereits vor dem Kauf einer Software entscheiden müssen, wie Ihr virtueller Messestand aussehen soll. Es gibt aber auch Softwarelösungen für virtuelle Messestände, die sowohl eine 2D- als auch eine 3D-Funktion bieten. Das hat den Vorteil, dass Sie für jeden Messestand individuell festlegen können, ob es ein 2D- oder 3D-Erlebnis werden soll. Sie bleiben also flexibel, ohne zwei verschiedene Softwarelösungen besitzen zu müssen. 

 

Erstellung des Messestands 

Bei dem Erstellprozess von virtuellen Messeständen macht es einen erheblichen Unterschied, ob Sie einen Messestand in 2D oder 3D umsetzen. Erstellt man einen virtuellen Messestand in 2D, reicht meist ein Bild vom Messestand, das nachher mit Interaktionspunkten versehen wird – es ist also ziemlich simpel. Für die Erstellung eines 3D-Erlebnisses reicht ein einfaches Bild jedoch nicht. Hier ist eine 3D-Datei notwendig, dafür braucht man wiederum eine CAD-Software, mit der man diese erstellen kann. Sobald man diese CAD-Datei hochgeladen hat, ist der Prozess allerdings der gleiche, wie beim 2D-Messestand. Sobald die 3D-Datei hochgeladen wurde, können die gleichen Interaktionspunkte festgelegt werden wie auch beim 2D-Messestand. 

 

Ladezeit 

Wie Sie sich wahrscheinlich schon vorstellen können, ist eine einfache Bilddatei um einiges kleiner als eine 3D-Datei. Das wirkt sich natürlich auf die Ladezeit der Messestände aus. Ein Messestand in einer 2D-Umgebung hat eine minimale Ladezeit, der Messestand ist sozusagen “direkt da”. Da ein 3D-Messestand viel umfangreicher ist, braucht er natürlich etwas länger zum Laden. Sobald dieser aber einmal fertig geladen ist, sollte die 3D-Umgebung ohne Probleme aus jedem Winkel und aus jeder Perspektive sofort angezeigt werden, ohne dass weitere Ladezeiten auftreten. 

Ladezeit virtueller Messestand 3D

Erlebnis 

Auch wenn die längere Ladezeit beim Messestand in 3D erstmal natürlich nicht optimal ist, macht sie sich beim letztendlichen Besucher- bzw. Messeerlebnis durchaus bezahlt. Die Möglichkeit, sich frei auf dem Messestand zu bewegen, ihn aus jedem Winkel zu betrachten und rein und raus zu zoomen, sorgt für ein echtes “Wow-Erlebnis”. Besucher des virtuellen Messestands in 3D haben eher das Gefühl vor Ort zu sein. Beim 2D-Messestand sind die Funktionen jedoch nicht so umfangreich. Man kann sich nicht frei bewegen und auch nicht zoomen. Der Fokus liegt hier stärker auf den Interaktionspunkten und weniger auf der Bewegung im virtuellen Event. Manche 2D-Lösungen, wie z.B. Studio VirtualShow, bieten an, mehrere Bilder zu verbinden und damit in ein Messeerlebnis zu integrieren, so kann auch ein Gefühl von Bewegung entstehen. So punktet auf der Erlebnisseite natürlich erstmal der 3D-Messestand. 

 

Bedienung 

Wie unter dem Punkt “Erlebnis” bereits beschrieben wurde, sind die Bewegungsmöglichkeiten in einer 2D-Umgebung deutlich eingeschränkter als die in der 3D-Umgebung. Das bedeutet auch, dass die Bedienung viel einfacher ist. In den meisten Fällen kann man bei 2D-Messeständen nämlich nur auf die Interaktionspunkte klicken, da ist nicht viel Erklärung notwendig und die Bedienung somit meist für alle Besucher intuitiv. Die zusätzlichen Möglichkeiten bei 3D Messeständen sorgen dafür, dass auch die Bedienung etwas komplizierter wird. Der Messebesucher kann nicht nur auf die Interaktionspunkte klicken, sondern sich auch auf dem Messestand bewegen – quasi gehen – und drehen, also seine Perspektive verändern. Grundsätzlich ist die Bewegung hier also komplizierter und bedarf ggf. einer kleinen Anleitung zu Beginn. 

 

Mobiles Erlebnis 

Mindestens so wichtig wie die Einfachheit der Bedienung des Messestands ist, ob das virtuelle Erlebnis auch auf Mobilgeräten (Smartphone oder Tablet) zugänglich ist. 2D-Messestände laden auch auf Mobilgeräten schnell und sind einfach zu bedienen. Hier müssen Sie lediglich beachten, dass die Interaktionsfenster responsive sind. Das bedeutet, dass Sie sich an die Bildschirmgröße des Besuchers anpassen, damit ein optimales Erlebnis gewährleistet werden kann. Gleiches gilt natürlich für die Interaktionsfenster in der 3D-Umgebung. Darüber hinaus ist es wichtig zu beachten, dass es einige 3D-Softwarelösungen gibt, die gar nicht auf Mobilgeräten laufen. Wenn es Ihnen wichtig ist, dass der virtuelle Messestand auch mobil besuchbar sein soll, dann informieren Sie sich frühzeitig über die Möglichkeiten. 

 Mobile Responsiveness beim virtuellen Messestand


Interaktion
 

Ein virtuelles Messeerlebnis lebt nicht allein von der Bewegung auf dem Messestand, sondern vor allem durch die Interaktion der Besucher mit dem Stand. Diese wird durch Interaktionspunkte sichergestellt. Durch das Setzen von Interaktionspunkten wird Ihr virtueller Messestand zum interaktiven Erlebnis. Mit dem Einbinden von Videos, Live-Chats, Websites, Meetings etc. bescheren Sie Ihren Besuchern einmultimediale Erfahrung. Bei einer guten Verknüpfung von informativen Inhalten und einem guten virtuellen Erlebnis, kann man auch von Infotainment (Information + Entertainment) sprechen. 

Wie genau die Interaktionspunkte aussehen und welche Möglichkeiten sie bieten, hat in den meisten Fällen aber nichts damit zu tun, ob Sie einen virtuellen Messestand in 2D oder 3D erstellen, sondern mit der Softwarelösung, die Sie nutzen. Informieren Sie sich also vor dem Erwerb von Software(lizenzen) darüber, welche Möglichkeiten Sie haben, wenn es um die Interaktion mit dem Stand geht. Ganz wichtig dabei ist auch, dass Sie in Erfahrung bringen, welche APIs (Schnittstellen) in der Software angeboten werden. Das ist zum Beispiel wichtig, wenn Sie aus Ihrem Stand heraus auf virtuelle Meetings verlinken wollen. Nutzen Sie z.B. Microsoft Teams, ist es wichtig, dass der Messestand eine Schnittstelle zu Microsoft Teams bereitstellt. 

Interaktion Virtueller Messestand


Fazit
 

Was ist besser: ein virtueller Messestand in 3D oder 2D? Wie schon zu Beginn des Beitrags erwähnt, kann man nicht sagen, das Eine sei grundsätzlich besser oder schlechter als das Andere. Es hängt von den Anforderungen an den Messestand ab, welche Lösung die bessere ist. Die Vor- und Nachteile der beiden Lösungen wurden in diesem Blogbeitrag verdeutlicht und sollten Ihnen bei der Entscheidung helfen. Legen Sie mehr Wert auf Einfachheit und Schnelligkeit, dann ist der virtuelle Messestand in 2D die richtige Lösung für Sie. Wollen Sie den Standbesuchern jedoch ein wahres Wow-Erlebnis bescheren, dann sollten Sie einen virtuellen Messestand in 3D in Erwägung ziehen. 

Wer sich nicht festlegen möchte und die Vor- und Nachteile beider Versionen erleben möchte, sollte eine Software testen, die sowohl 2D als auch 3D anbietet. So bleiben Sie flexibel. 

Themen: Virtueller Messestand

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Laura Wirtz

Geschrieben von: Laura Wirtz

Als Content Managerin unterstützt Laura die Expocloud seit Ende 2019. Zuvor absolvierte sie ein duales Studium im Bereich BWL mit der Vertiefung Medien- und Kommunikationsökonomie. Währenddessen arbeitete sie in einem Aachener Medienhaus. Neben der Arbeit ist sie begeisterter Fußballfan und reist gerne um die Welt.



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