Wie Ihr Messestand zum Besuchermagnet wird (in 6 Schritten)

Donnerstag, 19. Dezember 2019

Messen – es gibt wohl kaum einen Ort, an dem mehr um die Aufmerksamkeit potenzieller Kunden gebuhlt wird. Wie ein Lotse das Flugzeug zur Landebahn navigiert, wo es schon von Weitem die grellen Lichter am Rande des Asphalts erkennen kann, so versucht auch das Personal eines Messestands die Besucher irgendwie an seinen Stand zu locken, um sie anschließend in ein Gespräch zu verwickeln. Hierbei werden allerhand aufwendige Mittel genutzt. Doch wie wird Ihr Messeauftritt tatsächlich zum Besuchermagnet? Ich erkläre es Ihnen in einer einfach 6-Schritte-Anleitung.


1.
Marketing Maßnahmen vor der Messe

Das "auf-sich-aufmerksam-machen“ fängt nicht erst mit der eigentlichen Messe an, es startet schon einige Tage - wenn nicht Wochen - im Voraus. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Sie nutzen und verschiedene Kanäle, die Sie bespielen können.

Machen Sie Gebrauch von Ihrer Website, Mailings, Social Media etc., um Ihren Kunden mitzuteilen, dass Sie auf der XY-Messe sein werden und sich freuen würden, sie an Ihrem Stand begrüßen zu dürfen. Vergessen Sie bei dieser Gelegenheit nicht, ihnen schon einmal Ihre Standnummer mitzuteilen. Schaffen Sie außerdem einen Anreiz, indem Sie Ihren Kunden schon einmal einen kleinen Ausblick darauf geben, was Sie erwartet, wenn sie Ihren Stand besuchen.

Sie können vor Beginn der Messe aber noch mehr Menschen erreichen als nur solche, die schon Ihre Kunden sind und denen Ihre Marke bereits ein Begriff ist. Berichten Sie auf Ihrer Website ausführlich von Ihrem anstehenden Messeauftritt und informieren Sie auch über die Messe selbst. Wenn diese Seite suchmaschinenoptimiert ist, finden Besucher, die die Messe im Vorfeld googeln gegebenenfalls Ihre Website und wird somit auch schon auf Sie aufmerksam.

2. Standdesign

Der erste Eindruck zählt. Hinter dem Design Ihres Messestands sollte ein Konzept stecken. Die Farben sollten Ihrem Corporate Design entsprechen, die Ausstattung sollte gut gewählt und die Beleuchtung weder zu hell noch zu dunkel sein. Doch das sind nur wenige der Dinge, die Sie bei der Gestaltung Ihres Standdesigns beachten sollten.

Grundsätzlich muss man jedoch sagen: eine universelle Bauanleitung für den perfekten Messestand gibt es nicht. Denn Ihr Messestand sollte immer das Unternehmen wiederspiegeln, das Sie repräsentieren. So würde beispielsweise ein bunter, lauter, auf Erlebnis ausgelegter Stand eines Gaming Herstellers weniger zu dem vergleichsweise eher schlichten und informativen Konzept eines Pharmaunternehmens passen. Machen Sie sich Gedanken darüber, wie das Image Ihres Unternehmens aussieht und wie Sie das unterstützen können. Ihre Marke steht für Qualität? Dann sorgen Sie dafür, dass Ihre Technik einwandfrei funktioniert und Ihre Stühle nicht klappern.

Weniger ist manchmal mehr – das lässt sich wohl auch auf die Gestaltung von Messeständen übertragen. Zu grelle Farben, zu viele Bewegtbilder und zu viel Licht können manchmal eher einen Fluchtreflex auslösen als ein Verlangen von „da muss ich unbedingt hin“. Also setzen Sie Ihre Möglichkeiten und Ideen gezielt ein, statt um jeden Preis zu zeigen „Hier bin ich!“. Doch hier gibt zahlreiche Messebauer, die sich mit genau solchen Dingen auskennen und die Sie sicherlich gerne unterstützen würden, indem sie Ihnen helfen und ihr Know-how an Sie weitergeben.

Abschließend zum Thema Standdesign: Neues, Ungewohntes, Innovatives macht neugierig. Holen Sie sich ruhig Ideen und Inspiration bei Ihren Wettbewerbern, aber kopieren Sie niemanden. Wenn Sie auffallen wollen, dann bleiben Sie einzigartig und stechen so aus der Masse hervor.

3. Standpersonal

Das Standpersonal ist häufig das, was über den Erfolg Ihres Messestands entscheidet. Das schönste Standdesign ist unbedeutend, wenn das Standpersonal unqualifiziert ist. Stellen Sie sich vor, Herr Müller steht schon seit sieben Stunden am Messestand – mittlerweile mit Rückenschmerzen, hat etwa vierzig Besuchern immer wieder das Gleiche erzählt und möchte eigentlich nur noch, dass die Messe vorbei ist. Hier wird sich kein gutes Gespräch mehr entwickeln. Deswegen ist es wichtig, dass Ihr Standpersonal vor allem eins ist: motiviert. Und Motivation ergibt sich vor allem, wenn man selbst von den Produkten oder Dienstleistungen, die man verkauft, überzeugt ist. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Standpersonal Ihre Produkte bis ins Detail kennt, weiß, warum Ihr Unternehmen besser ist, als das der anderen Aussteller und warum gerade Ihr Unternehmen einen Mehrwert für den Kunden schafft.

Aber Ihr Standpersonal muss nicht nur funktionieren, sondern auch sympathisieren. Natürlich sollten Ihre Mitarbeiter immer freundlich, höflich und aufmerksam sein, doch was auch wichtig ist, ist dass es sich mit Ihrer Zielgruppe bzw. der Zielgruppe der Messe identifizieren kann, denn nur so entstehen gute Gespräche – und die sind essenziell.

4. Give-Aways

Jeder Besucher freut sich über kleine Geschenke und jeder Aussteller freut sich über Besucher, die ihre Werbebotschaft durch die Gegend tragen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es einfache, kostengünstige Geschenke wie Notizblöcke, Süßigkeiten, Tassen oder Beutel sind, Give-Aways schaffen Interesse und Sympathie.

Für Besucher, die „wichtig“ sind oder mit denen Sie ein interessantes Verkaufsgespräch hatten, können Sie auch hochwertigere Geschenke bereithalten. Das unterstützt noch einmal positive Erfahrung an das Gespräch, das sie hatten. Und lässt den Kunden Sie besser in Erinnerung halten.

Das Wichtigste beim Thema Give-Aways ist aber: die Kunden sollen zwar durch Ihre Give-Aways an den Stand gelockt werden, doch wegen Ihres Unternehmens, Personals und wegen Ihrer Produkte bzw. Dienstleistungen bleiben. Versuchen Sie also nicht Mängel an anderen Stellen durch teurere Geschenke wettzumachen.

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5. Zusätzliche Aktionen am Stand

Zusatzaktionen am Stand – die mit Ihren Produkten an sich nichts zu tun haben – locken auch viele Besucher an den Stand. Unter dem Grundsatz der Hospitality können Sie Ihr Standbesucher glücklich machen, in dem Sie Ihnen etwas bieten, bei dem der Nutzen sofort erkennbar ist. Beliebte Mittel sind hier beispielsweise Snacks und Getränke, die Sie den Besuchern Ihres Standes kostenfrei anbieten. So laden Sie sie zu einer kleinen Pause ein, was die Verweildauer an Ihrem Stand wohl erhöhen wird. Weitere Möglichkeiten wären hier auch Ladestationen, an die Besucher Ihre Mobilgeräte wieder aufladen, Gewinnspiele oder Programme, die die Besucher entertainen sollen.

Gut gemachte Zusatzaktionen erregen in jedem Fall Aufmerksamkeit und werden auf einer Messe schnell zum Gesprächsstoff. Wichtig ist hierbei aber ähnlich wie bei den Give-Aways, die Kunden werden durch Ihre Zusatzaktionen angelockt, aber Sie sollten wegen Ihren Unternehmensleistungen bleiben. Sorgen Sie dafür, dass die Besucher, wenn Sie Ihren Stand verlassen, nicht nur sagen: „Wow, die Spießchen waren lecker“, sondern auch „Das Produkt Z ist wirklich interessant, ich bin froh, dass ich die Visitenkarte des Mitarbeiters mitgenommen habe“.

6. Nachbereitung der Messe

Die Optimierung Ihrer Messeauftritte ist kein 100 Meter Sprint, sondern viel eher ein Marathon. Der perfekte Messeauftritt, fordert ständige Anpassung an neue Trends und innovatives Denken. Sie werden also viele Konzepte auf ihre Wirksamkeit testen und dabei heißt es: vor der Messe ist nach der Messe. In der Nachbereitung fragen Sie sich: was hat nicht gut funktioniert, was müssen wir verbessern? Und was hat gut funktioniert, das wir noch ausbauen sollten? Bei dieser Analyse muss man aber zunächst einmal festhalten, woran man den Erfolg und ob etwas gut funktioniert hat misst.

Einer der aussagekräftigsten Erfolgsindikatoren ist wohl das Verhalten der Messebesucher an und um Ihren Stand. Das Verhalten kann man dabei oberflächlich betrachten, indem man nur Wert auf die Anzahl der Besucher legt, die den Stand aufgesucht haben. Man kann aber auch in die Tiefe gehen und nach mehreren Faktoren fragen – ähnlich wie bei der Analyse einer Website im Online Marketing. Wie viele Besucher waren da? Wie viele von ihnen sind mehrmals gekommen? Und wie viel Zeit haben sie am Stand verbracht? Weil sich das nicht mehr einfach mit einem Klicker, den ein Mitarbeiter bedient, untersuchen lässt. gibt es hier digitale Tools, die das Besucherverhalten analysieren. Dabei werden unscheinbare Sensoren (z.B. Event Metrics) angebracht, die mittels WLAN-Technologie datenschutzkonform in zwei Radien um den Messestand messen und dort Geräte (z.B. Smartphones), die nach WLAN suchen, eindeutig identifizieren. Auf diese Weise könnten Sie zum Beispiel verschiedene Standkonzepte testen und anschließend mithilfe der Messungen zum Besucherverhalten festlegen, welches das erfolgreichere war. So gewinnen Sie wertvolle Erkenntnisse, die Ihnen bei der Planung Ihres nächsten Messeauftrittes deutlich helfen.

Fazit

Es gibt also viele Möglichkeiten, Besucher an Ihren Stand zu locken und Ihren Messeauftritt damit zum Erfolg zu machen. Haben Sie nun eine wortgenaue Anleitung, wie Sie Ihren Messeauftritt bauen müssen, damit Sie viele qualifizierte Besucher an Ihrem Stand begrüßen dürfen? Nein. Aber Sie kennen die Stellschrauben, an denen Sie drehen können, um Ihren Erfolg zu steigern und haben Ideen dafür bekommen, was für Möglichkeiten es gibt. Finden Sie ein Messekonzept, dass Ihrem Unternehmen entspricht und es gut wiederspiegelt und ganz wichtig: analysieren und optimieren Sie es immer weiter, dann wird Ihr Messestand ein Besuchermagnet – und vor allem: ein Erfolg.

Themen: Event-Management

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Laura Wirtz

Geschrieben von: Laura Wirtz

Als Content Managerin unterstützt Laura die Expocloud seit Ende 2019. Zuvor absolvierte sie ein duales Studium im Bereich BWL mit der Vertiefung Medien- und Kommunikationsökonomie. Währenddessen arbeitete sie in einem Aachener Medienhaus. Neben der Arbeit ist sie begeisterter Fußballfan und reist gerne um die Welt.



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